Flugtickets bald direkt von Google?
Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, verhandelt der Internetkonzern Google über die Übernahme von ITA Software. Das Unternehmen aus Massachusetts entwickelt seit 1996 Softwarelösungen zur Flugreisesuche und für Ticketbuchungen in der Tourismusindustrie.
“Das Ziel von Google besteht darin, die weltweiten Informationen zu organisieren. ITA macht das für den Reisebereich”
Henry Harteveldt (Forrester Research)
Angeblich ist ein Preis von rund 1 Milliarde US-Dollar im Gespräch, unsicher ist jedoch, ob es tatsächlich zu dieser Übernahme kommt.
Hintergrund der geplanten Übernahme dürfte für Google dabei vornehmlich sein, dass in den letzten Monaten immer mehr US-Benutzer Microsofts Suchmaschine Bing wegen deren “travel-related features” nutzten.
Hier möchte Google anscheinend gegensteuern und die Informationen ebenfalls direkt “an der Quelle” abrufen. Aus Sicht von Google, den Nutzer möglichst direkt zum gewünschten Ziel zu führen, sehr verständlich.
Auswirkungen für SEO?
Welche Auswirkungen hat dies nun aber für die organische Suche? Denn bisher konkurrieren viele Reiseunternehmen und -portale um die ersten Plätze in den SERP’s – und dies mit nicht unerheblichem Aufwand. Wenn nun allerdings Google direkten Zugriff auf die “Buchungssoftware” bekommt, warum sollte dann dem Suchenden nicht auch die direkte Information angeboten werden? Denn wenn ich mir die diversen Reiseportale betrachte, handelt es sich bereits heute um mehr oder weniger den selben Inhalt in einem anderen Layout ….?
Aus diesem Grund dürften etablierte Reiseportale den bevorstehenden Deal mit einer gewissen Beunruhigung & Skepsis zur Kenntnis nehmen. Denn wenn hier ein kompletter Kommunikationskanal “übernommen” würde, dürfte eine Kompensation nicht sehr einfach sein.

PR und Social Media
Selbst bei Großkonzernen kann sich deren Aktivitäten in Sozialen-Netzwerken wie Facebook & Co. gegen sich selbst wenden. Dies Zeigt aktuell der Fall Nestle, den Thomas Hutter sehr ausführlich in seinem Artikel “Facebook: wenn Fanpages zum Kriegsschauplatz werden” behandelt.
Augenscheinlich hat Greenpeace sehr gute Berater & Kenner der Szene, wie virale Kampagnen zielführend durchgesetzt werden. Spannend dürfte hier die Frage sein, wann und welche weitere Firmen durch Greenpeace oder ähnliche Organisationen in Bedrängnis gebracht werden. Denn Wie Herr Hutter schreibt hat Nestle mittlerweile reagiert – mehr oder weniger freiwillig.

Probleme bei der Registrierung
Auch das gezielteste (Online)Marketing nützt leider wenig, wenn bspw. im Bestellprozess die durchaus richtigen und validen Eingaben als “Falsch” zurückgewiesen werden. Was soll der (potentielle) Kunde tun als den Bestellvorgang abzubrechen?
Hintergrund ist ein Gutschein meiner Freundin vom Buchhändler Thalia. Eigentlich wollte ich hier ein paar Artikel bestellen, man wollte mich jedoch als NeuKunden nicht akzeptieren:
Abbruch der Bestellung wegen Fehleingabe
Dabei hatte ich in die Felder lediglich meine eigene Straße eingegeben. Allerdings macht das “schlaue” System aus meiner durchaus existierenden Anschrift “Walter-Friedländer-Str” einfach eine “Walt-Friedländer-Str”, die ich leider nicht einmal bei Google finden konnte.
Was bleibt einem potentiellen Kunden als Lösung:
- Bestellung wird abgebrochen
- Bestellung wird mit den falschen Daten abgesendet
- Kunde nimmt Kontakt mit dem Unternehmen auf
Lösung 1 dürfte wohl der häufigste Lösungsweg des Kunden darstellen, da die Angebotenen Artikel meist auch anderswo erworben werden können. Lösung 2 & 3 dürften sehr selten sein. Denn bei 2. kann man eben nie sicher sein, dass die Bestellung Ihr Ziel erreicht. Auch ist der Aufwand mit dem Unternehmen Kontakt aufzunehmen meist höher als in einem anderen Shop zu bestellen.
Weiter ist ebenfalls interessant, dass der Kunde beim beschriebenen Shop ebenfalls ein “Mindestalter” erreicht haben muss, um Bücher bestellen zu können. Denn auch ein Geburtsjahr <= 1997 wird nicht als valide registriert. Eventuell ist es ja sogar erwünscht, dass erst über 14-jährige einen Account eröffnen dürfen. Nur hier ist dann die Beschreibung des Fehlers mit “Geburtsdatum fehlt oder ist fehlerhaft.” nicht wirklich zielführend.
Interessieren würde mich die genaue Abbruchquote bei dieser Neuregistrierung auf Thalia.de, die jedoch wohl das Geheimnis der Webabteilung bleiben wird. Zahlen hierüber sollten zumindest durch die vorhandene WebAnalytics-Daten vorliegen.
Eigenschaften guter Formulare
- Nur wichtige & wesentliche Daten werden abgefragt
- Bezeichnung des Feldes & Eingabefeld sind eindeutig zuordenbar
- Unpassende Felder werden ausgeblendet (z.B. Firmenname bei Auswahl “Privatkunde”
- Fehlermeldungen sind eindeutig, echt und sofort zu erkennen
- Hilfestellung zur Fehlerbeseitigung
Automatischen Optimierung von Benutzereingaben?
Brennend interessieren würde mich jedoch der Grund für die “Optimierung” der Benutzereingaben in diesem konkreten Fall. Denn ich kann durchaus nachvollziehen, dass man bspw. beim Namen den ersten Buchstaben immer groß haben möchte (maier => Maier) oder andere kleinere “Schönheitskorrekturen” (teilweise führe ich diese auch durch).
Was nützt einer Firma allerdings die “Optimierung” der Adresse?
- Als Kunde habe ich doch ein Interesse daran, dass meine Waren ankommen. So wird dieser seine Adresse auch mit Vorsicht eingeben und prüfen.
- Selbst bei einer falschen Adresse findet die Post (bzw. andere Paketzusteller) meist die richtige Adresse & kann diese dem Unternehmen auch mitteilen.
- Existiert überhaupt eine Schnittstelle, über die auch die neuesten Straßen gefunden werden können? Selbst bei Google-Maps dauert es einige Tage bis neue Straßen gefunden werden.
- Lohn sich dieser Aufwand und ist er Benutzerfreundlich?
- Welchen Eindruck bekommt wohl der Kunde wenn Ihm mitgeteilt wird “Ihre Straße existiert nicht” bzw. “Wir haben Ihre Straße angepasst”

Steigerung der Conversion durch Zusatznutzen
Im Conversion Room Blog von Google findet sich seit dem 04.03.10 ein interessanter Artikel über die Steigerung von Conversionsraten. So konnte beim Reiseanbieter L’TUR durch die Integrierung von Google Maps die Conversion Rate um 4% gesteigert werden.
Weitere Infos direkt im Conversion Room Blog

Microsofts 80-Millionen-Dollar-Blau
Nach Tests in seiner Suchmaschine Bing haben die Entwickler von Microsoft ein Blau gefunden, bei dem die Nutzer deutlich häufiger klicken. Jetzt hofft das Unternehmen auf zusätzliche Einnahmen in Millionenhöhe.
Artikel auf Spiegel-Online
Original Blogeintrag auf Microsoft Pri0

Leistungsfähigkeit des OnlineMarketing
Leider gibt es bei manchen Betreibern von Webseiten ein falsches Verständnis über die Leistungsfähigkeit von (Online)Marketing Maßnahmen. Manchmal sind diese irritiert, dass sich eine erfolgreich durchgeführte Marketing-Maßnahme nicht im Umsatz der Webseite widerspiegelt.
Aus diesem Grund möchte ich diesen Artikel der Leistungsfähigkeit solcher Maßnahmen widmen und näher erläutern, warum eine SEO- bzw. SEM-Kampagne nicht zwangsläufig auch zu mehr Umsatz führt.
Leistungsfähigkeit (Online)Marketing
Das Marketing im allgemeinen kann “nur” für eine höhere Markenbekanntheit, bessere Suchmaschinenpositionen usw. sorgen. Dabei wird durch verschiedenste Maßnahmen versucht, aus der Masse an Internetnutzern einen möglichst großen Teil auf die eigene Webseite zu bringen. Im Idealfall gehören diese dabei einer der vorher definierten Zielgruppen an, die im weiteren auf der Webseite Umsatz erzeugen.
(Online)Marketing als “Reiseleiter”
Vergleichen möchte ich diese Maßnahmen dabei mit einem Reiseleiter, der die Kunden an einem bestimmten Punkt abholt (z.B. in einer Suchmaschine) und dann auf die Webseite weiterleitet. Clevere Reiseleiter bringen dabei den Besucher direkt zum gewünschten Zielort, ohne ihnen vorher alle anderen Sehenswürdigkeiten zu zeigen. Allerdings hat er keinen Einfluss auf die Sehenswürdigkeit selbst. Denn ist dem Kunden der Eintritt zu teuer, erscheint das Angebot unpassend oder ist sein subjektiver Eindruck der Gestaltung schlecht, waren die Mühen des Reiseleiters vergebens.
Ähnlich wird es ihm auch ergehen, wenn er einen Rollstuhlfahrer an einen Ort bringt, der eben nicht auf diese Art der Behinderung ausgerichtet ist.
Grenzen des (Online)Marketing
Nun jedoch zurück zu den (Online)Marketing-Maßnahmen. Diese können eben “nur” für einen möglichst perfekt ausgebildeten Reiseleiter sorgen, der den Besucher optimal betreut und auf der Zielseite abliefert. Ob diese Seite den technischen & optischen Ansprüchen des Besuchers entspricht liegt außerhalb seiner Möglichkeiten bzw. seines Zuständigkeitsbereichs.
Erhöhung des Umsatzes
So sind die Gründe sehr vielschichtig, wenn nach einer erfolgreichen (Online)Kampagne die Umsätze ausbleiben.
Nicht selten habe ich allerdings auch erlebt, dass diese Umsätze nur deshalb ausblieben, weil keine Conversions (Umstztreiber) definiert wurden. Denn vor allem in Webshops wird voreilig nur der Umsatz mit dem Neukunden angesetzt. Dabei wird vereinzelt jedoch vergessen, dass auch andere Aktionen des Besuchers indirekt als Umsatztreiber angesehen werden können. Welche Aktionen dies dabei genau sind, sollte für jedes Unternehmen individuell bestimmt und ebenfalls mit einem monetären Wert hinterlegt werden. Beispiele für diese Aktionen (Conversions) wären:
- Bestellung im Webshop
- Anforderung von Verträgen / Informationsmaterial
- Anmeldung zum Newsletter
- Anlegen eines Benutzeraccounts
- Aufruf / Absenden des Kontaktformulars
- …
Kontrolle durch WebAnalytics
Für eine professionelle Beurteilung jeder (Online)Marketing Maßnahme ist dabei ein Leistungsfähiges WebAnalytics-System unabdingbar. Sind hier die vorher definieren Conversionsdaten hinterlegt, lässt sich schnell eine Aussage über die Qualität jeder einzelnen Maßnahme treffen.
Meist lassen sich Probleme sehr schnell erkennen und gegensteuern bzw. bei neuen Maßnahmen optimieren. Denn auch für den “Reiseleiter” (SEO / SEM) ist diese Rückmeldung essentiell, da dieser seine beratende Funktion weiter optimieren und verbessern kann.

